Warum sind Dating-Apps so scheiße?

Sind wir doch mal ehrlich, die meisten Dating-Apps und -Portale sind nicht besonders zufriedenstellend. Heute schauen wir uns mal genauer an, was wir so richtig doof finden.

Lesedauer

Ca. 7 Minuten

Als ich (Single und Spätzünderin) mich vor wenigen Jahren in die online Dating-Welt stürzen wollte, war ich extrem enttäuscht.

Ich habe mir sämtliche bekannte und unbekannte Dating-Apps (und Portale) angeschaut und kam immer wieder zu dem Ergebnis, dass mir keine zu 100% zugesagt hat – mehr noch: Ich fand alle irgendwie scheiße. Nix war’s mit dem Stürzen.

Was ich an den Dating-Apps blöd fand, zähle ich hier auf. Dabei schaue ich mir aber nicht die grundsätzlichen Probleme (Ghosting, Unverbindlichkeit, Spaß etc.) beim online Dating an, sondern ganz objektiv, welche Fallen und unfairen Vorgehensweisen von den Herstellern kommen.

1. Ich muss wischen

Für mich persönlich der absolute Horror: Ich entscheide mich durch das Erblicken eines Fotos, ob ich die Frau hot or not finde. (Und andersum genauso – sie bewertet mein Aussehen ebenfalls so.)

Gar keine Frage, die Frau muss mir optisch gefallen und anscheinend wollen ganz viele Menschen dieses Wischen und das ist auch absolut legitim. Doch niveauloser geht es kaum.

Ich kann doch Bilder von Frauen einfach durchschauen, sie wegfegen und wenn mir eine gefällt, schaue ich mir ihr Profil genauer an, um zu sehen, ob mir der Rest auch gefällt.

Außerdem besteht das Wisch-Prinzip schon so lange, dass viele Menschen meines Erachtens keinen Bock mehr drauf haben.

2. Ich muss mich binden

Damit ich alle Funktionen der App nutzen kann, muss ich teilweise vor Abschluss der Mitgliedschaft entscheiden, ob ich diese für sechs, zwölf oder 24 Monate abschließen möchte.

Klar, die 24 Monate haben den niedrigsten monatlichen Beitrag. Was ist, wenn ich in vier Monaten die große Liebe finde? Zahle ich dann 20 Monate für einen Dienst, den ich nicht mehr nutze? Das ist schwachsinnig und eine üble Abzocke.

Weiß ich (oder sonst jemand) denn, wann ich die Frau fürs Leben finde? Natürlich NICHT! Deshalb ist es nicht okay, dass ich mich an einen Dienst für mehrere Monate (oder Jahre) binden MUSS.

Möchte ich “nur” sechs Monate lang Mitglied sein, zahle ich einen horrenden Beitrag. Das ist in meinen Augen nicht fair.

Nicht falsch verstehen, ich möchte mich gerne binden, dann aber doch lieber an eine schöne, intelligente Frau.

3. Ich muss mich nackt machen

Keine Sorge, nicht im wahrsten Sinne des Wortes, aber persönlich.

Auf manchen Seiten kann man mein Profilbild sehen, ohne dass die andere sich anmelden müss. Jeder Hansel kann mich sehen. Wo bleibt da der Schutz meiner Privatsphäre?

Auch kann ich mich in einigen Apps nur über meinen Facebook Account anmelden. D.h. die App zieht von dort meine Bilder, Interessen, meinen Wohnort, die Schule, auf die ich gegangen bin, eventuell sogar Kontakte… einfach alles, was ich auf Facebook jemals preisgegeben habe, als ich noch jung und unerfahren mit diesem Internet war.

Wir wissen nicht, welche Daten von der App gezogen werden und wo die genau landen (z.B. in den USA). Datenschutz ist fast nicht vorhanden und von den Machern auch gar nicht gewollt.

Oft ist es dann so, dass meine GPS Daten von der App gezogen werden, um meinen Standort zu ermitteln. Vielleicht möchte ich  nicht, dass mein Standort meines Pupskaff gezeigt wird (wieder: Privatsphäre, Sicherheit?), sondern will die nächstgrößere Stadt manuell eingeben.

4. Ich werde genervt

Ich hatte mich dann doch (aus Recherchegründen) in einigen Dating-Apps ausschließlich für Frauen angemeldet (Männer gab es trotzdem auch).

Die Apps hatten tatsächlich die Nerven, mir ständig eine Push-Nachricht zu schicken. Beispielsweise, dass Hasi2020 sich nicht traut mir zu schreiben. Echt jetzt? Woher will die App wissen, was Hasi2020 bewogen hat, mir NICHT zu schreiben? Ich weiß, Push-Nachrichten kann man ausschalten, aber dann kriege ich auch nicht mit, wenn mir eine Frau geschrieben, mich angestupst oder geliket hat.

Da die App kostenlos war, wurde mir natürlich Werbung eingeblendet. Fair enough… schließlich müssen die auch von was leben. Dennoch, die Werbung hat mich gestört (und eine sechsmonatige Mitgliedschaft für einen Dienst wollte ich ja nicht abschließen).

5. Ich werde eingeschränkt

Auf manchen Portalen bekam ich zwar eine Testphase, war darin aber eingeschränkt.

Teilweise wurde, wenn ich mit einer Frau schrieb, ihre zweite Nachrichten an mich verpixelt dargestellt. Ja, wie mies ist das denn bitte? Die nutzen meine Neugierde, mein Interesse an einer anderen Frau so schamlos aus und wollen mich damit zu dieser Mitgliedschaft zwingen.

Hier zur Abwechslung eine total gute Dating-App für uns.

6. Ich muss forschen

Wenn ich Preise erhalten möchte, sind die irgendwo auf der Webseite versteckt. Dazu kommt , dass es teilweise verschiedene Mitgliedspakete gibt: Free, Basic, Premium, Gold, Smart. Macht’s doch nicht so kompliziert… gebt mir ein Paket mit einem Preis und mit allen Features und gut ist es.

Dasselbe gilt meist auch für Kündigungsbedingungen – das Löschen meines Accounts (und all meiner Daten) wird zur Doktorarbeit. Um ehrlich zu sein, habe ich keine Zeit, eine E-Mail zu schreiben und darum zu bitten, meine Daten und meinen Account vollkommen zu löschen. Nennt sich das Kundenservice?!

7. Ich bin in der Auswahl der Apps eingeschränkt

Was suche ich? Genau, eine feste Beziehung, keinen kurzen Spaß für eine Nacht.

Bei den meisten Apps aber geht es genau um das. Naja und die Portale, die Frauen mit denselben Wünschen haben, sind wieder mega teuer und wollen meine langfristige Mitgliedschaft.

8. Ich muss mich finanziell ruinieren

Diesen Punkt habe ich schon mehrfach angedeutet.

Möchte ich eine seriöse Plattform, wo man Frauen kennenlernen kann, die sich auch eine feste Beziehung wünschen, muss ich tief in die Tasche greifen. Das ist die absolute Abzocke und again: nicht fair.

Klar, die Portale sichern sich damit ab, dass wirklich Frauen dabei sind, die es ernst meinen. Den Dienst ein paar Euro günstiger zu machen, würden den Anbietern aber nicht weh tun.

Bei den Apps, die kostenlos sind, zahlst du mit der Onlinewährung Daten (Zweck: personalisierte Werbung).

9. Ich muss zu den Heteros

So, jetzt zum Schluss muss ich mal diskriminieren. 90% der Apps sind doch von Heteros gemacht, die ursprünglich eine Dating-App für Hetero-Paare entwickelt haben. Im Laufe der Zeit haben sie sich gedacht: “Ach stimmt ja, die Homos gibt’s ja auch noch… die nehmen wir einfach mit, um noch mehr Geld zu scheffeln.”

Und entsprechend findet man statt frauenliebender Frauen auch genügend Hetero-Paare, die sich etwas Abwechslung wünschen.

Woher wissen Heteros, welche Bedürfnisse wir haben UND warum wird unsere Orientierung nicht ernst genommen (nein, ich möchte hier einfach eine Frau kennenlernen und keinen flotten Dreier)?! Das ist doch nicht in Ordnung. Da gebe ich mein Geld doch lieber für etwas aus, das mit Herz und von anderen frauenliebenden Frauen gemacht wurde (wegen Support und so).

Fazit und Zusammenfassung

Online Dating gibt es schon seit den 90ern. Seit der Erfindung von Smartphones und Apps (ca. seit Mitte der 2000er) auch in deiner Hand.

Ich habe mir viele Dating-Apps und -Portale angeschaut und die Dinge zusammengefasst, die mich am meisten stören:

  1. Ich muss wischen.
  2. Ich muss mich binden.
  3. Ich muss mich nackt machen.
  4. Ich werde genervt.
  5. Ich werde eingeschränkt.
  6. Ich muss forschen.
  7. Ich bin in der Auswahl der Apps eingeschränkt.
  8. Ich muss mich finanziell ruinieren.
  9. Ich muss zu den Heteros.

Ein ganz klares Konzept steckt dahinter: Leute binden und sehr viel Geld (Daten) scheffeln.

Weil mich all diese Dinge gestört haben, ist es naheliegend, eine eigene, bessere Dating-App zu entwickeln, die all diese Punkte auflöst.

Ich wünsche dir (egal welche Dating-App du nutzt) viel Erfolg dabei, deine Frau fürs Leben zu finden!

Jasna

Habe ich noch etwas vergessen oder kannst du mit den Punkten mit mir gehen?

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